Donnerstag, 20. Mai 2010

Ein bitterer Tropfen


oder Nettes aus Pullach...

Eine der schwierigsten Aufgaben momentan ist die Beschaffung von Peychaud's Bitter; Herr Pannek sorgt sich zwar sehr um Gosling Rum (Speziell um Black Seal), also falls ihr wisst wie zu beziehen, so meldet euch bitte bei ihm, doch mein Engpass ist der rote Bitter aus dem Herzen New Orleans. Schon während der diesjährigen Barzone war der Peychaud's Preis warscheinlich direkt mit dem Goldpreis gekoppelt, auf alle Fälle hat er sich sehr rar gemacht.
S C H A D E ! ! !



Doch hatte da nicht der nette Mümmelmann zu Ostern, ein Päckchen aus Pullach für mich gehabt!?! Was da wohl drin ist? Na klar - ein neuer Bitter aus der Bitterschmiede von TBT und was für einer, einer der äußerlich dem Peychaud's schon ähnlich sieht und dann auch noch Creole-Bitter sich nennt. Es ist keine reine Kopie des bekannten Peychaud's, wohl eher in huldvoller Anerkennung eine Abwandlung, die etwas anislastigeres in sich trägt vom Charakter.



Wie schön das man in der Weltmetropole Pullach noch Zeit findet, um solch persönliche Grüße zu versenden!!! D A N K E!
In Zeiten knapper Peychaud-Bestände (ein Schelm wer böses dabei denkt... ;-), ist man über jede Alternative hocherfreut.



Die Herren von TBT wissen stets zu überraschen und einem auch wirklich jeden Cocktail zu verbittern.

Wo ich gerne einkaufen gehe (3. Teil)

oder ein Haus voller Champagner und toller Weine...



Der Laden ist in meiner direkten Nachbarschaft, wenn ich morgens aus dem Haus gehe, dann sehe ich ihn stets und wenn die Gebrüder Holst mal vor dem Laden stehen, dann ergibt sich auch immer noch ein kleines Schwätzchen über Musik, Sport oder leckere Alkoholika...



Als Fachhändler schätze ich die beiden Brüder sehr, denn sie halten ein Geschäft immer nur dann für erfolgreich, wenn beiden Seiten davon profitieren. Sie haben ausgesprochen tolle Weine, wobei für jeden Einsatzbereich was zu finden ist. Der schmale Geldbeutel ist ebenso willkommen wie die dicke Börse, im Programm sind Weine von wunderbar süffig bis zu erlesene Tropfen. Einige wenige ausgewählte Spirituosen führen sie auch, etwas Cognac und Whisky. Der Laden wirkt zwar winzig, aber die beiden Wahlberliner besitzen ein riesiges Lager und beliefern ihre Kundschaft mit einem eigenen Team an Fahrern, die überaus pünktlich und sehr charmant sind.



Ihr Angebot an Champagner ist wunderbar und sie beliefern in Berlin namhafte Häuser wie die Galerie Lafayette, aber kümmern sich auch stets sehr freundlich um Kleinstbestellungen. Vielleicht daher auch dieser wunderschöne Name für diesen kleinen Laden: Maison des Champagnes
So fand auch ich zu meinem Lieblings-Champagner, dem Gosset Grand Reserve, dessen Generalimporteur sie hier sind und den ich nur wärmstens empfehlen kann.
Also wer mal im Kiez sein sollte, der sollte mal in diesen kleinen, unscheinbaren Laden schauen.

Maison des Champagnes
Motzstraße 17
10777 Berlin
030 2172796
Mo-Fr 11.00 - 19.00 Uhr
Sa 09.00 - 15.00 Uhr
Maison des Champagnes via Internet


Wer von gastronomischen Seite, aber gerne Hilfe für seine Weinauswahl und / oder Hilfe bei seiner Karte braucht, der sollte sich mal schleunigst auf den Weg machen. Am besten fragt ihr dafür beim hauseigenen Sommelier nach, einfach nach Eddy verlangen, falls der mal nicht schon unterwegs ist und anderen hilft. Vielleicht ruft ihr vorher besser an!!!

Gastro-Hotline: 030 - 212 32 009

Mittwoch, 19. Mai 2010

Der Nachbar-Blog

oder auch andere Autoren haben leckere Themen...

Mein kleiner Blog entstand als Marketinginstrument für mein Barprojekt Triobar und natürlich als d i e hauseigene Postille, aber er zeigt auch immer wieder Dinge, die ich einfach nur interessant finde (durchaus entgegen andere Meinungen zuweilen).

Durch einen Kommentar zu einem Artikel, über einen recht skurillen Drink, entdeckte ich diesen tollen Blog:
Schwarzthoughts's Weblog


Der Blog befasst sich mit Essen und Kochen, aber stets in etwas anderer "Art"!
Tolle Musik kann man darin finden, aber auch Fussballvideos und Buchempfehlung.
Skurill - aber irgendwie toll - einfach schön!

Absolute Leseempfehlung für Kulinariker

Dienstag, 18. Mai 2010

Haribo trifft Kiefernadeln

oder die Expertise des Strassenführers...

Gestern Abend bei den Barbesetzern im Marriott, ein Tresen voller netter Gäste und zwei Barmänner mit Drinks im Angebot, die auch den Gold Engel beinhalteten.
Fragen zum Gold Engel gab es viele, aber vor allem auch sehr viele zufriedene Gesichter der Gäste, sobald sie ihr Probiergläschen mit dem reinen Gold Engel Destillat gekostet hatten.

Lecker!
Delikat!
würzig!
so ganz anders halt...
toll einfach!

Haribo trifft Kiefernadeln

WIE BITTE???
Haribo trifft Kiefernadeln???


Perplex starrte ich zu meinem Gegenüber, einem bekannten Stadtführer und excellenten Buchautor, wie ebenso talentierten Blogschreiber.
Bin etwas baff (aber wenigstens hatte ich so schon mal die Überschrift für meinen heutigen Blogeintrag). Er grinst nur, aber das so liebevoll und verschmitzt, das ich wirklich nicht weiss, wie er das jetzt meinte.

Ich persönlich finde den Gold Engel extrem gelungen und schätze seine hohe Mixibility, kann aber mit diesem Urteil von Herrn Eichhorn so gar nichts anfangen. Im weiteren Gespräch erklärt er sich dann noch und ich kann verstehen, was er meint, aber dieser Satz: Haribo trifft Kiefernnadeln! - geht mir nicht mehr aus dem Kopf.
Der Gold Engel hat eine vordergründige Süsse in der Nase, die aber einen langanhaltenden Duft von kräuterigen Aromen und Aromen des Waldes mit sich führt oder kurz gesagt: ... ... ...
Erster Barabend mit Gold Engel an der Theke und die Gäste waren begeistert.

HERR SUSEN!
SIE SIND DRAN!

Wann kommt der Gold Engel auf den Markt?
Was wird er kosten und worüber zu beziehen??

Montag, 17. Mai 2010

Ein Barbesetzer kommt ungern allein

oder das Marriott wird zur Triobar-Tempel-Lounge...

Da mein anderer Barbesetzer momentan noch im Urlaub ist, habe ich mir Verstärkung gesucht und mir jemanden herausgesucht, den ich in den letzten 2 Jahren sehr schätzen gelernt habe.
Manche behaupten, er würde zu den jungen Wilden gehören; ja er ist jung und auch eher wild.
Für mich ist er einfach einer der Bartender, denen man ihre Lust am Spiel mit der Kommunikation am Gast ansieht und es einen sofort ansteckt. Der Junge kann genauso schicken, wie er es auch versteht sich intensiv um den Gast zu kümmern.
Sollte es sich um einen ausgesprochen schönen weiblichen Gast handeln, so neigt er zuweilen aber auch zur Intensivpflege, was solche Gäste meist zum Tempel-Intensivpflege-Patienten macht, die nur allzu gerne immer wieder kommen.;-)

Hier unser Cocktailangebot mal in reiner Rezeptform,
wer sich lieber "poetisch" verführen lassen will, dem empfehle ich diese Version:

Azul-Chocolate-Crusta 9,50
6 cl 1800 Anejo Tequila
3 cl Mozart Black
1 cl Mozart Dry
1 cl Agavendicksaft
Orangenzeste & Orangen-Meersalz-Schokoladen-Crusta


Gin and Breakfast 9,50
6 cl Tanqueray Gin
1 Bl Orangen-Marmelade
5 cl Grapefruitsaft
3 cl Limettensaft
2 cl Sahne
2 cl Ahornsirup
2 ds Grapefruit Bitter


Green Tea Gimlet 9,50
6 cl Smirnoff Black Vodka
2 cl Macha Green Tea Sirup
3 cl Limettensaft
2 ds Orange-Bitter


Delicious & Stormy 9,50
3 cl Grand Marnier
4 cl Ron Zacapa
12 cl Ingwer-Beer
1/2 Limette


Elderflower Martini 9,50
6 cl Tanqueray Gin
2 cl Gold Engel
1 cl Limettensaft
1 ds Grapefruit Bitter


Dirty Affair 12,50
2 cl Gold Engel
1 cl Smirnoff Black Vodka
10 cl Champagner


The Tales of the smoky clouds 12,50
6 cl Johnnie Walker Black Label verführt
2 Bl Orangenmarmelade
2 cl Limettensaft
8 cl Cranberry-Nektar
2 cl Ahornsirup & Smoked Ice


Corona do Brasil 9,50
6 cl Cachaca Serra das Almas
8 cl Ananassaft
2 cl Limettensaft
1 cl Zuckersirup
Orangenmarmeladen-Espuma


Dark Passion Sour 12,50
6 cl Ron Zacapa
4 cl Ananassaft
3 cl Limettensaft
1 cl Mozart Black
2 cl Zuckersirup

Sonntag, 16. Mai 2010

Wo ich gerne einkaufen gehe (2. Teil)

oder der Weg lohnt sich...


Wo fährst du hin?
Nach Lichtenberg?
Wozu denn das, das hausen doch nur irgendwelche Rechten.


Ich fahr da hin, um einige Spezialitäten abzuholen, der Laden ist einfach eine Berliner Legende, den gibt es schon seit 100 Jahren und der Laden wäre mir jeden Weg wert...

und wie heisst der???

Echte Berlin-Kenner und wahre Whiskyfans,
aber auch einige Gin und Rum-Liebhaber wissen längst, von wem ich rede.
K I E R Z E K !!!,
kann ich sie schon förmlich rufen hören.



Natürlich, meine ich auch Kierzek - Weine Sekt & Spirituosen,
wen sonst...
Ursula Kierzek, die das Geschäft von ihrem Vater übernommen hat, ist eine wunderbare Frau und wer wie ich das Glück hatte, mit ihr mal über den Wannsee geschippert zu sein, der kann auch die eine oder andere spannende Geschichte über Berlins Spirituosenwelt erzählen.
Whiskyfans in Berlin ist Kierzek ein fester Begriff, denn die Whiskyauswahl hat über 400 Positionen und auch der Rumbereich ist mit über 100 verschiedenen Rumsorten bestens bestückt.
Also nichts wie hin, der Weg lohnt sich...

Kierzek - Weine, Sekt & Spirituosen
Ihr Spezialist seit 1910
Weitlingstrasse 17
10317 Berlin
Mo-Fr: 9:00 bis 18:30 Uhr,
Sa: 9:00 bis 13:00 Uhr
Telefon: +49 (0) 30- 5251108
E-Mails am besten an: info@kierzek-berlin.de
Einen Internetshop hat Kierzek auch.

Samstag, 15. Mai 2010

Wo ich gerne einkaufen gehe (1. Teil)

oder unterstützt auch euren lokalen Fachhändler...



Häufig werde ich gefragt, woher ich meine gesamte Ware beziehe und stets sind die Leute dann überrascht, das ich anfange eine ganze Reihe von Geschäften und Händlern zu nennen. Bei einem derart grossen und auch hochwertigen Barstock wie bei der Triobar & Rum-Club ist ein einzelner Lieferant leider nicht in der Lage einem umfassenden Service zu leisten.
Die meisten Händler sind auch nicht sonderlich stark daran interessiert irgendwelche Freaks zu beliefern, es ist halt auch gewinnbringender eine Grossraum-Disco mit den Standard-Sachen zu beliefern.
Also was bleibt den guten Bars übrig?!? Sie fangen an sich eine kleine Fachhändlerschaft anzulegen, dazu vielleicht noch einige Internetshops und 2-3 rettende Engel.
Hier möchte ich euch gerne eine kleine Auswahl meiner besonderen Juwelen aus der Fachhändlerschaft präsentieren; wohl wissentlich das diese Fachhändler auch von mir allein nicht gut genug ernährt werden können und so teile ich gern mein Wissen in der Hoffnung, das ihr euch auch ein wenig um deren tolles Portfolio kümmert und sie auch so weiter wachsen können.
Den ersten Händler, den ich euch vorstellen möchte, ihn hatte ich schon mehrmals im Blog erwähnt, aber Uwe Wagmüller ist so ein feiner Kerl, den kann man gar nicht genug erwähnen:


Finest Whisky
Winterfeldtstr. 48
10781 Berlin
Tel.: 030 / 2 36 35 172
Mo - Fr 11.00 - 20.00 Uhr
Sa 10.00 - 19.00 Uhr
Uwe hat natürlich auch einen Internetshop, für alle die nicht in Berlin verweilen.
und hier noch die Emailadresse für Anmeldungen zum Tasting: finestwhisky@aol.com


Es macht immer wieder Spass durch das reichhaltige Angebot zu stöbern und allzu oft entdecke ich tolle Raritäten oder andere Kostbarkeiten...



Natürlich gibt es auch einige Onlinehändler in UK und anderswo, die diese Sachen auch führen, aber vielleicht sollte man auch mal etwas unterstützen, wenn sich jemand wie Uwe die Mühe macht, so etwas auch in Deutschland anzubieten. Er hat aber auch so manch tolle Flasche, bei der ich die Quellle nicht mal kannte und das erzeugt bei mir durchaus Respekt!



Danke Uwe für dein tolles Warenangebot!!!

Freitag, 14. Mai 2010

Kiezperlen

oder zu Gast bei Lina Rothenberger


Ich mag diese kleinen Läden, die auch so typisch für den Schöneberger Kiez sind, denn sie sind es, die den Kiez so wunderbar lebenswert machen. Kleine Geschäfte mit unheimlich viel Herzblut und überschäumender Liebe fürs Detail.
Lina Rothenberger - feine Kost und Lebensmittel ist genau solch ein Laden, der kleine Eckladen hat nicht viele Sitzplätze, aber diese sind meist sehr gut besucht. Das kleine, aber feine Mittagsangebot ist ebenso gut wie die delikaten Vorspeisen aus der Vitrine oder das excellente Kuchenangebot. Der Service ist herzlich und stets bemüht den Gast zu verwöhnen - wer einmal da war, der kommt einfach gerne wieder...


Hierbei handelte es sich um geschmälzte Maultaschen, mit Spätzle an Zucchini-Paprikagemüse...circa7,50 €...


Mein Sohn ist alles andere als ein Kostverächter, aber wenn er die Gabel zur Seite legt und wie wild zulangt, dann ist das auch stets ein Zeichen wie gut es ihm schmeckt.


Der kleine Garten ausserhalb bietet 6-8 Personen nochmals Platz zum sitzen, speisen und verweilen. Einem kleinen Entdecker wie Lysander natürlich noch vieles mehr...

Donnerstag, 13. Mai 2010

Der Mönch mit der Peitsche








oder die seltsamen Unregelmäßigkeiten von Old Monk...

Herr Gröning hatte das Glück zwei meiner Lieblingsgäste zu bewirten und verwöhnte sie dann auch noch mit 12 jährigem Rum aus Indien, aber nun ist guter Rat teuer, denn die Qualität des Gold Reserve von Old Monk ist äusserst wechselhaft in Deutschland und das rief bei Friedericke und Thomas Fragen auf...
Dieses Problems nahm sich dann auch Jens nochmal im Bartender Labor an und hier meine Antwort!

Hinlänglich bekannt dürfte sein das ich ein grosser Fan des 7 jährigen Old Monks bin, aber auch der 12 jährige ist sehr gut, solange er in der hohen, schlanken Flasche daherkommt.

Bereits vor zwei Jahren gab es auch im C&D-Forum mal eine Diskussion über unterschiedliche Old Monk-Qualitäten und seltsamen Abfüllungen; diese Debatte wurde auch nochmal während eines der Forumstreffen von C&D dann angerissen.
Generell gab es damals Probleme mit Flaschen aus Italien, diese waren von sehr zweifelhafter Qualität und auch nicht im üblichen 1 Liter-Gebinde.
Ich sprach mit einigen indischen Händlern und auch sie sagten das es zuweilen nur die schlechtere Ware aus Italien gäbe, aber das diese bei ihren Kunden keineswegs Anklang fände. Ich weiss nicht, ob Old Monk speziell für Italien Schrott produziert, oder ob die italienischen Kunden, eine Rezepturveränderung wünschten.
In Indien selber herrscht in den einzelnen indischen Bundesstaaten keine einheitliche Reglung was den Alkoholverkauf regelt; meine Piloten hassen das, denn je nach Bundesstaat ist es zuweilen ein kleines bis mittelschweres Problem gerade den 12 jährigen zu beschaffen. Die Gold Reserve war immer schon als Nobelversion für die Upperclass gedacht, der einfache Soldat trinkt den 7 jährigen und der Offizier den 12 jährigen Rum von Old Monk. Es gibt auch eine 25 jährige Version, die mal speziell für einen Geburtstag eines Mahārāja gemacht wurde, aber diese ist extrem rar, doch wer sie zufällig mal finden sollte, dem empfehle ich sofort zuzugreifen.

Als kleiner Trost für Friedericke, die diesen Blog sehr regelmäßig und aufmerksam verfolgt:
Hallo Friedericke,
ich habe mit dem Barfish-Team gesprochen und sie tauschen dir die Flasche gerne um,
bzw erhälst du eine Gutschrift darüber...
melde dich mal bei mir...
Ciao Mike

Experimentelle Cocktails

oder Mr. Darcy O'Neils Ideen sind spannend...



Art of Drink ist der extrem lesenswerte Blog von Darcy O'Neil einem wahren Mixologen, einem der wenigen Bartender weltweit, der wohl wie kaum ein anderer sehr systematisch und stets wissenschaftlich ans mixen geht. Sehr spannend war auch sein Vortrag beim Bols Barcoaching 2010 zum Thema Non-Taster - Super-Taster.

Da ich seit einiger Zeit mich selbst sehr intensiv mit dem Thema:
Geschmack - schmecken / Geruch - riechen auseinandersetze, finde ich seine Ideen zu Cocktails mit Umami-Profil sehr spannend. Cocktails mit Umami-Profil kannte ich schon aus den USA und habe auch selber einige ausprobiert, aber nach der Lektüre von Darcy's Teaser zu seinem Vortrag bei Tales of the Cocktails 2011, war ich doch wie elektrisiert.

Ich hatte eine ganz spontane Idee, also ab in die Küche erst mal den Herd angemacht, die Entenbrust zum Fond gemacht und das ganze dann eingefroren. Eben noch eine Entenbrust, dann ein Fond und plötzlich eiskalt zum Entenfond-Eiswürfel transformiert.

Crazy Duck Ginger Snapper

6 cl Gin (Tanqueray)
1 Bl Orangenmarmelade
4 dünne Scheiben Ingwer
6 Blatt Basilikum
8 cl Tomatensaft
1 großer Entenfond-Eiswürfel

Alle Zutaten in den Shaker und lang, sehr hart shaken, dann ins Gästeglas gießen, eine Selleriestange und 3 lange, aber sehr dünne Scheiben Karotte mit ins Glas.


(und damit erklären sich wohl auch die seltsamen Würfel auf den Fotos ;-)


Dieser Drink ist nichts für Cocktailneulinge und selbst so manche hartgesottene Barfliege dürfte doch erstmal sehr überrascht sein, aber er hat durchaus seinen Reiz!
Welcome to the World of Umami-Cocktails,
alles weitere dann am besten im Juli in New Orleans...

Ein Goldengel

oder die laute Verwandschaft von Stephan Susen

Stephan Susen sagt den meisten Leuten in der Barszene eher wenig, aber der Cousin von Herrn Susen ist eines der mächtigsten Sprachrohre unserer Szene und dieser hat halt mal angenehmerweise auch etwas lauter über dessen Produkte gesprochen. Der Cousin von Herrn Susen und ich sind wahre Vielsprecher, manche würden behaupten wir sind elende Marktschreier, aber hier hat er mal wirklich was tolles getan. Die Produkte von Herrn Susen haben etwas Fürsprache redlich verdient, denn sie sind GSA-Produkte der besten Art.
Der Kreuzritter und der Dreiling sind wunderbare Spirituosen, aber mit dem Goldengel ist es Herrn Susen gelungen einen extrem spannenden Likör auf den Markt zu bringen. Es ist ein delikater Holunderblüten-Likör mit kräutrigen Anleihen und einer excellenten Salbeinote. Seine Mixibility ist sehr gross, auch wenn es kein Wunderelixir a la St. Germain ist und das ist auch gut so, denn sonst wäre dieses Produkt nur ein einfaches Plagiat, aber so ist eine wunderbare Bereicherung für jeden gehobenen Barstock.

Mich hat er so sehr begeistert, das ich ihm gleich zwei Gastauftritte bei meinem Barbesetzerprojekt eingeräumt habe:
Elderflower Martini 9,50 €
Ein goldener Engel verleiht Tanqueray Gin, Limettensaft, sowie Grapefruit Bitters seine zarten Flügel.

Dirty Affair 12,50 €
Der Goldengel wagt ein verruchtes Spiel mit Smirnoff Black Vodka,
und geniesst ein sündiges Bad im Champagner

Mittwoch, 12. Mai 2010

Ikea-Hacker


oder Pimp my Bar...

Gerade als Barbesitzer (Freizeitbarbesitzer kennen das erst recht ;-) merkt man immer wieder, das das Geld doch nicht so rasant in die Kasse strömt, wie man es gerne hätte, deshalb hier einige einfache Tips a la Ikea-Hacker oder Style-Spion!!!
Pimp my Bar mit wenig Geld!!!

Für einen kleinen Barbetrieb in Berlin verwandelte ich einen weissen Standard-Tiefkühler in ein fetzigeres Modell...
Die Spiegel-Klebefolie findet man in einem gut sortierten Baumarkt problemlos...



Kostenaufwand circa 15 €
Zeitaufwand circa 1 Stunde


Desweiteren bauten wir einen kleinen Weinkühlschrank ein, er erhielt ein einfaches Regal als neue Standfläche und beherbergt nun Wermut, Portwein und Sherry.
So integriert er sich gut in die Kühlschrankreihe und sticht doch noch ein wenig hervor.Das Regal als Rahmen ist ideal, da der Chambre etwas Abstand zu den anderen Geräten braucht, auch für die Qualitätssicherung der Produkte ist besser und es sieht nebenbei auch noch schick aus.



Kostenaufwand circa 125 € (110 € Weinkühlschrank, 15 € Regal)
Zeitaufwand circa 1,5 Stunden
Da der Betrieb nur an 4 Tagen offen ist, wird der Kühlschrank daneben mit einer Zeitschaltuhr betrieben, der kleine Weinkühlschrank und der Tiefkühler sind jedoch dauerhaft in Betrieb.


Die schicke Trinkhalmbox habe ich im Vis a Vis entdeckt und der Creative-Director heisst: Jens Gröning Barchef (Vis a Vis)
Endlich mal eine sinnvolle Weiterverwendung für die Flaschen-Geschenkverpackungen...



Kostenaufwand 0 €
Zeitaufwand maximal 10 Minuten

demnächst noch mehr...

Size does matter

oder BIG is beautiful...



Eine Frage, die mir häufig in meiner Bar oder bei Workshops gestellt wird:
Wie machst du diese großen Eiswürfel???


Auch hierbei, ähnlich wie bei der Schmetterlings-Deko, funktioniere ich einfach Küchen- oder Haushaltsutensilien um. Gerade diese großen Eiswürfel sind wahre Eyecatcher an der Bar, aber sie erfüllen auch noch ihren Dienst (sie kühlen sehr gut, aber lassen den Drink kaum verwässern) erstklassig. Bei den unteren Formen handelt es sich um Silikonformen, die man bei Bosfood bestellen kann. Die Kantenlänge der Eiswürfel sind 4,5 cm und das ist ein wahres Gardemass, es geht zwar auch noch größer, aber dann wird es schon recht eng mit und in den passenden Gläsern.



Die Formen sind aus Silikon und es können jeweils 8 Eiswürfel auf einmal hergestellt werden, da sie sehr flexibel sind - ist auch das herauslösen der Eiswürfel kein Problem.
Eine Form kostet so etwa 24 € und ist bei guter Pflege ein langjähriger und treuer Begleiter eurer Bar.



Wer dann doch noch etwas sucht, was auch ein wenig kleiner sein darf und vor allem billiger, dem sei diese Form ans Herz und die Geldbörse gelegt. Die Formen gibt es für sehr wenig Geld bei Pearl zu erwerben.

Dienstag, 11. Mai 2010

Eine einfache Orangenzeste


oder die wunderbare "Metamorphose" zum Schmetterling...

Ich bin kein grosser Freund von üppigen Dekos und so mancher Obstkorbschnitzer übertreibt es auch mit seiner Hingabe für die Deko, wenn er der Dekoration weitaus mehr Zeit und Ideen einräumt, die aber eigentlich dem Drink zustehen sollte. Ich mag einfache und sehr effektvolle Dekorationen die auch im Einklang mit dem Cocktail stehen.
Keineswegs vergessen dabei sollte man auch den Wareneinsatz, bei manchen Obstgarnituren frage ich mich was den Drink eigentlich so teuer macht. Sind es die Spirituosen oder der verschwenderische Einsatz exotischster Obstsorten. In einer bekannten Bar im Norden wurde mir mal ein Drink mit sage und schreibe 8 verschiedenen Früchten in der Deko serviert - etwas vergleichbares findet man sonst nur noch beim fantastischen Gurkenkrokodil oder der legendären Trampeltier-Deko.

Hier also mein kleines Tutorial für eine kostengünstige und effektvolle Deko:

1. Kaufe eine grosse Orange


2. Kaufe in einem gut sortierten Küchengeschäft einen schönen, kleinen Ausstecher


3. Nimm einen Sparschäler und schäle einen breiten Streifen ab (alias eine grosse Zeste)


4. Nimm einen Ausstecher deiner Wahl (hier Schmetterling und steche die Form aus der Zeste heraus.


5. Einfach die Austechform auf die Zeste lege und kräftig drücken


6. Meist lassen sich mehrere Formen aus einer Zeste ausstanzen


7. Dann die gestanzten Schmetterlingsformen aus der Orangenzeste vorsichtig herauslösen


8. Dann den Schmetterling vorsichtig einmal nach innen falten


9. und dann einmal nach außen


10. Dann einen kleinen Schnitt in die Mitte des Leibes vom Schmetterling setzen,
dieser ist wichtig um ihn nachher an den Glasrand setzen zu können...


et voila...
fertig ist eine schöne und sinnvolle Deko für ganz wenig Geld

Montag, 10. Mai 2010

Barbesetzer im Wonnemonat Mai

oder wenn der Cocktailklassiker seinen Twist erfährt

Azul-Chocolate-Crusta 9,50
Tequila hüllt sich ins dunkle Kleid der Schokolade und präsentiert ein unvergleichliches Arrangement von Aromen.

Gin and Breakfast 9,50
Tanqueray Gin taucht ein in Orangenmarmelade und flaniert im Sahnemantel, fruchtig & prickelnd über die Zunge.

Green Tea Gimlet 9,50
Japanischer Teesirup spielt mit Smirnoff Black,
wobei frischer Limettensaft & Orange-Bitter ihm eine delikate Krone aufsetzen.


Delicious & Stormy 9,50
In einer stürmischen Liaison verfallen Grand Marnier und Ron Zacapa der Pikanterie von Ingwer-Beer & Limette.

Elderflower Martini 9,50
Ein goldener Engel verleiht Tanqueray Gin, Limettensaft, sowie Grapefruit Bitters seine zarten Flügel.

Dirty Affair 12,50-
Der Goldengel wagt ein verruchtes Spiel mit Smirnoff Black Vodka,
und geniesst ein sündiges Bad im Champagner


The Tales of the smoky clouds 12,50
Johnnie Walker Black Label verführt gierig die delikaten Aromen von Orangenmarmelade, Limetten & Cranberry,
versüsst vom Ahornsirup und gefangen vom geräucherten Eis.


Corona do Brasil 9,50
Brasilianischer Cachaca badet in Ananassaft,darauf thront ein zarter Orangenmarmeladenschaum veredelt von Limette und Zucker.

Dark Passion Sour 12,50
Bester Rum aus dem Haus Zacapa leidenschaftlich die Aromen von dunkler Schokolade genussvoll arrangiert und dabei fruchtige Unterstützung erhält.


Die Barbesetzer sind am 17.05.2010 ab 18.00 Uhr wieder im Marriott-Hotel an der Exchange-Bar zu finden...

Sonntag, 9. Mai 2010

Barzone 2010

oder der Versuch eines Rückblicks alias der Fazitversuch...

Die Barzone 2010 ist vorbei und ich bin froh und traurig zugleich...

Die diesjährige Barzone hatte tolle Austeller und ein spannendes Publikum,
aber dann doch ein wenig zuviel Arbeit für mich. Ich hatte mir definitiv den Arbeitsplan zu voll geschrieben und musste daraus lernen, das man wenigstens 5 Stunden Schlaf pro Nacht fest einplanen sollte. Das werde ich nächstes Jahr aber auch definitiv ändern, hoffe aber auch das Herr Becker dann nicht schon wieder seinen Jahresurlaub während dieser heißen Phase in Miami beim Rum-Festival verbringt.

3 x pro Messetag zeigte ich auf der Freifläche der Barzone wie man Eis räuchert und war dazwischen auch noch auf dem Stand von Jericoa tätig und am letzten Tag präsentierte ich dazu noch in der Practice Area:
Pimp my Drink - Drinks richtig in Szene gesetzt

Am Montag Abend war ich mit dem Fizz-Team, Jim Meehan und einigen anderen Essen und man tauschte schon mal die ersten Ideen aus, auf der Warm-up Party der Barzone im Me Collectors Room konnte man dann viele bekannte Gesichter entdecken und eine fantastische neue Location bestaunen.

Dienstag öffnete dann die Barzone ihre Türen und schon bald war die Halle gut gefüllt, toll das auch zum ersten Vortrag bereits soviele Zuschauer anwesend waren und ganz begeistert den Berliner Bargirls zuhörten, die über die ersten Frauen hinter der Bar berichteten. Ab 14.00 Uhr wurde es dann wirklich brechend voll und in den Gängen und an den Ständen herrschte ein echtes Gewusel. Abends verliess ich dann schnell den Messestand und raste zu mir in die Bar, denn schliesslich sollten ab 21.30 Uhr die ersten Bartour-Busse unterwegs sein. Mit dem Stuttgarter Jungs präparierten wir die Bar und rüsteten uns für den Ansturm. Souverän überstanden wir den ersten Angriff, dann jedoch sorgten eher die Busfahrer für Trouble. Unsere Bar wurde von einigen Bussen gar nicht angefahren oder die Gäste wurden weit vor dem Object herausgelassen. Das war sehr schade und diese Panne bei einigen der Busfahrern und den Hostessen sorgte dann doch für so manchen Unmut auf Gästeseite und auf unserer Seite. Schade hier wurde das grosse Potential der Bartour böswillig torpediert.

Mittwoch füllte sich die Arena nur weitaus langsamer, vielen steckte die Bartour und die diversen anderen Parties doch arg in den Knochen und so manchen Bartender sah man mal wieder mit Sonnenbrille arbeiten. Meine Präsentation in der Practice Area schien gut angekommen zu sein, auf alle Fälle habe ich bisher sehr nette Kommentare dazu erhalten. Abends war ich gerade in der Bar angekommen als die ersten Gäste auch schon erschienen, spät am Abend beehrte mich dann Jim Meehan, sichtlich ebenso müde wie ich in der Bar. Wir plauderten ein wenig und ich freue mich, das er schon bald wieder in Berlin sein wird...

Insgesamt war die Barzone 2010 ein grosser Erfolg und ich bin mir sicher das die Barzone 2011 sogar versuchen wird noch eine Schippe draufzulegen, doch das wird nicht einfach!!!
Die Aussteller waren hochklassig, das Rednerprogramm excellent, die Tasting-Rooms stets brechend voll und das Publikum schien sehr zufrieden zu sein.
Die Bartour war ein kleines Fiasko, doch daran waren klar die Busfahrer schuld.

Fast wie ein kleiner Ritterschlag waren all die Parties, die da im Umfeld zur Barzone stattfanden und auch so mancher Spirituosenanbieter der nicht auf der Messe war,
glaubte zumindest mit einem Extra-Event glänzen zu müssen.

Dienstag, 4. Mai 2010

Streetart in Berlin


oder die überraschende Galerie Trottoir...

Kunst kann man natürlich leicht in den zahlreichen Galerien und Museen der Stadt anschauen, aber man kann sie auch mitten im Strassenbild entdecken.
Das einzige was man dafür braucht ist ein offenes Auge, etwas Aufmerksamkeit für Details und ein bischen Freude an moderner Kunst...



Was für den einen Kunst ist, kann aber auch für einen anderen nur wirres Zeug sein, aber diese Werke sind keineswegs nur Kritzeleien oder Sachbeschädigungen!



Einige dieser Künstler nutzen noch heute Graffities, wenn auch wohl ganz anders, als es jugendliche Poser heute mit Sprühdosen tuen.

Sehr begeistert hat mich die Bilderserie (unten) die sich ganz in der Nähe meiner Bar befindet, sie zieht sich über Eck an einem Gebäude entlang und sie ist ein wahrer Wolf im Schafspelz.










wer noch mehr Streetart entdecken möchte dem empfehle ich: Mentalgassi

Montag, 3. Mai 2010

Die Barzone kann kommen

oder die letzten Tage wurde hart gearbeitet...

Die Barzone hat Berlin erreicht und es ist unglaublich wie gross die Resonanz dieses Jahr ist. Diverse Agenturen nerven mit wild verzweifelten Anrufen, ob man nicht mal so schnell noch einige Spirituoseen und Bitters besorgen könne. Vielleicht bin ich ja ein schlechtes Trüffelschwein, aber einige Sachen sind inzwischen kaum mehr zu bekommen, zumindest wenn es schnell gehen soll. Peychaud ist in Deutschland inzwischen echte Mangelware!!!

Ich habe während der Bartour der Barzone die verrückten Stuttgarter bei mir und damit ihr auch wisst, was die da so mixen werden, hier das Cocktailmenu:
(Drink 1-6 sind von den Stuttgarter Jungs und 7-8 von mir...)

1. Azul-Chocolate-Crusta
Corralejo Reposado Tequila
Mozart Black
Mozart Dry
Agavendicksaft
Orangenschale
Meersalz-Valerona-Schokoladen-Rand 8 €


2. English Breakfast
Broker's Gin
Granatapfel-Grenadinen-Marmelade
Grapefruitsaft
Zitronensaft
Creme du mure
Fee Brother's Grapefruit Bitter 8 €


3. Green Tea Gimlet vom japanischen Macha
Vodka
Limettensaft
Macha-Tee-Sirup 8 €


4. France meets Austria
Grand Marnier
Mozart Dry
frischer Ingwer
Celery Bitters
Pink Grapefuitsaft 8 €


5. Camorange Martini
Tanqueray Gin
Limettensaft
Kamillenblüten-Orangen Sirup
Grapefruit Bitters 8 €


6. D.o.T.
Vodka
Blutorangesirup
Zitronensaft
Sanbitter 8 €


7. The Tales of the smoking Lampang
Mekhong (~Aguardente de Cana)
Cranberry-Nektar
Limettensaft
Ahornsirup
geräuchertes Eis 8 €



und als Bartour-Drink noch der
Fairway Green do Brasil
Cachaca verzaubert Ananassaft versüsst vom brasilianischen Zucker und in Balance gebracht von delikater Orangenmarmelade und Limette
Ein brasilianischer Frühlingsgruss an Berlin... 8 €

"Der Drink ist eine Variation vom Marmelade-Sour do Brasil, doch das besondere an dieser Variante ist, das er ausschliesslich aus Bio oder Fair Trade-Produkten gemacht ist. Der Cachaca von Sera des Almas ist Bio-Siegel zertifiziert, der Zuckersirup Homemade aus Fair Trade Rohrzucker, die Orangenmarmelade ist ebenfalls mit dem Bio-Siegel versehen, die Eier aus Bio-Freilandhaltung und die Limetten sind Bio-Limetten."

Dazu gehen noch 2 €uro des Drinks, als Spende an ein brasilianisches Hilfsprojekt für ein soziales Projekt für bedürftigte Kinder und Familien...