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Mittwoch, 8. September 2010

Diskussionen an der Bar

oder ich bin kein Wodkafeind...

Ein Gast sitzt an der Bar und bestellt einen Martini bei mir,
bevor ich überhaupt fragen kann, sagt er:
aber bitte mit Wodka! Oder bist du auch so ein Wodkahasser???
Lachend sage ich: Nein keineswegs, ich mag nur Drinks nicht in dem die Spirituose nicht zu schmecken ist.
Ich frage nach seinem Wunsch für den Wodka und er wünscht sich schmunzelnd einen Wolfschmidt 100 Proof, überrascht schaut er, als ich die Flasche hervorkrame.
Sein Martini steht wenig später vor ihm und seine Augen leuchten zart, als er sagt:
Das muss der Himmel für Wodkafans sein!


Meine kleine Triobar der Himmel für Wodkafans???
Na mit Sicherheit nicht, aber ich habe gar nichts gegen Wodka,
so lange er ehrlich und gut gemacht ist und nicht nur extrem teuer sein soll.
Ich mag Ketel One, ebenso wie Koskenkorva 60%, Green Mark oder auch Wolfschmidt, finde auch Smirnoff Black angenehm und manchmal trinke ich auch Zubrowka oder Chopin ganz gern. Ich verurteile niemanden der sich einen Wodkadrink bestellt, nur sind viele Vodkacocktails einfach lieblos gemacht und die Spirituose wird nur als Rauschmittel genutzt und nicht als Aromat oder Genussmittel! In vielen Cocktailrezepturen geht der Vodka einfach unter und dann frage ich mich halt: Warum Vodka???
Vodka mit weissem Port ist ein wahres Gedicht und auch ein Wodka-Martini ist ein hervorragender Cocktail, doch Vodka im Long Island Ice Tea ist reiner Unsinn und soll nur doller knallen im Schädel. Dann doch lieber einen Longdrink a la Moscow Mule oder Zubrowka mit Apfelsaft.
Angst sollte keiner haben Vodka zu bestellen, aber er sollte sich bewusst sein, warum er ihn ordert.

Donnerstag, 13. Mai 2010

Experimentelle Cocktails

oder Mr. Darcy O'Neils Ideen sind spannend...



Art of Drink ist der extrem lesenswerte Blog von Darcy O'Neil einem wahren Mixologen, einem der wenigen Bartender weltweit, der wohl wie kaum ein anderer sehr systematisch und stets wissenschaftlich ans mixen geht. Sehr spannend war auch sein Vortrag beim Bols Barcoaching 2010 zum Thema Non-Taster - Super-Taster.

Da ich seit einiger Zeit mich selbst sehr intensiv mit dem Thema:
Geschmack - schmecken / Geruch - riechen auseinandersetze, finde ich seine Ideen zu Cocktails mit Umami-Profil sehr spannend. Cocktails mit Umami-Profil kannte ich schon aus den USA und habe auch selber einige ausprobiert, aber nach der Lektüre von Darcy's Teaser zu seinem Vortrag bei Tales of the Cocktails 2011, war ich doch wie elektrisiert.

Ich hatte eine ganz spontane Idee, also ab in die Küche erst mal den Herd angemacht, die Entenbrust zum Fond gemacht und das ganze dann eingefroren. Eben noch eine Entenbrust, dann ein Fond und plötzlich eiskalt zum Entenfond-Eiswürfel transformiert.

Crazy Duck Ginger Snapper

6 cl Gin (Tanqueray)
1 Bl Orangenmarmelade
4 dünne Scheiben Ingwer
6 Blatt Basilikum
8 cl Tomatensaft
1 großer Entenfond-Eiswürfel

Alle Zutaten in den Shaker und lang, sehr hart shaken, dann ins Gästeglas gießen, eine Selleriestange und 3 lange, aber sehr dünne Scheiben Karotte mit ins Glas.


(und damit erklären sich wohl auch die seltsamen Würfel auf den Fotos ;-)


Dieser Drink ist nichts für Cocktailneulinge und selbst so manche hartgesottene Barfliege dürfte doch erstmal sehr überrascht sein, aber er hat durchaus seinen Reiz!
Welcome to the World of Umami-Cocktails,
alles weitere dann am besten im Juli in New Orleans...