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Montag, 25. April 2011

Der Mann hat Stil

oder ich scheiss auf die Coupon-Mafia...
vor wenigen Stunden veröffentlichte Ulf Neuhaus auf Facebook einen überaus ehrlichen Text,
den möchte ich euch nicht vorenthalten:
2 für1... Fluch oder Segen?
von Ulf D. Neuhaus

Hallo liebe Schnäppchenjäger und Schnäppchengeber,

ich war noch nie ein Freund von Happy Hour oder dergleichen.Wenn ich versuche die Gäste über Preisdumping in meinen Laden zu locken,mach ich irgendwas verkehrt.

Trotzdem wagte ich den Schritt mit Dealy Deal Gäste für meinen Laden mit einem halben Preis zu locken. Wobei halber Preis nicht ganz richtig ist.Der Gastronom gibt zu dem Angebot 2 für 1 nochmal Prozente an DealyDeal ab.Bei Groupon sind es zu dem Deal nochmal 50 % die man zurückführt.Also verdient man als Gastronom fast null an der Geschichte.
Argumentation der Gutscheinanbieter,
...es kommen Gäste wieder die einen Gutschein erworben haben...
der größte Witz den ich je gehört habe
...was ich nicht wusste, dass Schäppchenjäger zu einer neuen Volksport-Art in Deutschland gehört...
warum nochmal in die Bar oder in das Restaurant wenn schon wieder nächste Woche 2-3 neue Angebote zum halben Preis stehen?
Nicht uns bringt es mehr Gäste oder Gewinn sondern Dealy Deal und Groupon mehr Umsatz und Profit.

Übrigens hat Groupon ein Angebot von ca.4 Milliarden US Dollar von Google abgelehnt ,die Firma zu verkaufen.Sicher um ihren Kunden treu zu bleiben und ihnen weiter Gäste und damit Gewinne zu bescheren.

Ulf Neuhaus


Ehrliche Worte eines (für mich) ganz großen Barmannes unserer Zeit,
einer der die Finger auf die Wunde legt,
aber auch der Kritik (egal ob berechtigt oder nicht) nicht aus dem Weg geht.


Ich betreibe eine Barschule, überaus erfolgreich sind wir im Segment der Cocktailschulungen für Laien, jede Woche rufen mich irgendwelche Coupon-Fritzen an und versuchen mir ihre Erfolgsmodelle aufzuschwatzen. Erfolgsmodelle allerdings nur für sie,
da sie eher an schnellen Gewinnen orientiert sind und nicht an langfristigen Kundenbindungen, sie davon eigentlich auch gar nichts verstehen.
Kurz vor Ostern rief wieder einer dieser Typen an und wollte mir erklären wie ich Kunden am besten in meine Barschule, oder auch Bar oder was auch immer bekomme.
Gutscheine im Modus 2 für 1, oder Coupons mit mindestens 50% Preisnachlass das ist die Patentlösung, das hilft immer und jedem.
Er erläuterte mir dann auch noch seine Kostenstruktur und das ich davon nur profitieren könnte, aber als ich im um einen Rabatt oder eine 2 for 1, bei seiner Kostenstruktur fragte, da sagte er zu mir:
Nein - das geht leider nicht, denn von irgendwas müsste sein Unternehmen ja auch leben.
Ich erklärte ihm dann süffisant, das es mir auch nicht anders ginge, aber falls ich demnächst Geldlagerprobleme hätte, wüsste ich ja jetzt wie ich sie wieder loswerden würde.
Faire Arbeit und gute Qualität haben nunmal ihren Preis und der ist nicht mehr Rabattfähig a la 2 for 1.
Es gibt ein hanseatisches Sprichwort, das sagt:
Ein Geschäft ist es nur dann, wenn beide Seiten davon profitieren!

Samstag, 15. Januar 2011

Der 2. studentische Cocktailcup

oder die Tasting-Jury im Aquarium...

Jens vom studentischen Team des Wunderbarcup hatte mich im letzten Jahr bereits gefragt und so war es ganz klar, das ich natürlich mit in der Tastejury, dieses wohl einzigartigen Studenten-Wettbewerbs der Trinkkultur saß. Ich wusste nicht so ganz was mich erwarten würde, das studentische Umfeld des Cocktail&Dreams-Forum nahm durchaus gerne an Cocktailwettbewerben teil und konnte dort schon so manche Barfliege mehr als positiv überraschen. Der Großteil meiner Assoziationen von Studenten und Drinks waren daher überaus positiv belegt; vielleicht hätte mir dabei auffallen sollen, das die aber nicht in Dresden studieren und auf keinen Fall in Studentenclubs trinken gehen.

Egal:
Ein Mann ein Wort und dazu war ich ja auch noch in bester Begleitung, saßen doch neben mir Frau Schneider und Frau Krahmer auch in der Jury, das ganze wurde dann auch noch von Ulf Neuhaus moderiert. Also was sollte da einem sauer aufstossen??

Fazit: Sauer aufstossen konnte einem nichts, aber zuweilen hatte ich Angst einer Diabetes zum Opfer zu fallen. Einige der Drinks waren derart süß, das meine Bauchspeicheldrüse Angst bekam und sich wünschte es würde Limettensaft regnen.
Der Siegerdrink überzeugte dann doch durchaus mit einer waghalsigen Mixtur, einer einfallsreichen Deko und überraschender Schärfe.


Während der "Schreiberling von Mixology" uns nur beobachtete, mussten wir als Jurymitglieder richtig ran. Von Pappsüß bis delikat pikant war alles vertreten...


Das Siegerteam hatte nicht nur den besten Drink, sondern auch mit die beste Performance, leider vernachlässigten viele Teams das das Publikum im Saal auch unterhalten werden möchte.


Die Technikjury machte ihre Aufgabe extrem gut, aber sie mussten ja auch nur bewerten und nicht probieren...


Die technische Umsetzung des Wettbewerbs war extrem gut, die Zuschauer konnten alle Abläufe auch per Video verfolgen, etwas was bei Profi-Wettkämpfen auch nicht immer Standard ist.


Zitronen- oder Limettensaft wurde handgepresst a la Minute, war aber leider nur ganz selten in den Zutatenlisten zu finden, dafür umso mehr Liköre und Sirups...

Donnerstag, 13. Januar 2011

Eine grosse Klappe haben viele

oder einer der ehrlich Eier in der Hose hat...

Wer sich besser in der Barszene Deutschland auskennt, der kennt auch diese Typen die ständig erzählen was sie alles anders machen, wenn sie erstmal ihren eigenen Laden machen, und und und...
Doch zu einem eigenen Laden gehört neben viel Erfahrung, Tonnen von Idealismus und einer äusserst gesunden Finanzierung vor allem jemand der den Mut hat, das dann auch wirklich durchzuziehen und nicht aufzuhören, wenn es immer mehr schmerzt. Daher gilt hier mein vollster Respekt allen, die sich immer wieder in dieses Wagnis stürzen und geht man auch mal unter - so hat man es doch wenigstens versucht.

Von Natur aus bin ich keine Leisesprecher, aber es gibt Projekte, die würde ich selbst meinem Riesenego nicht zutrauen. Eines dieser Objekte zeigte man mir Ende des letzten Jahres in Dresden und als ich die Dimensionen dieser Bar sah, da wurde mir doch echt bange, daher freue ich mich umso mehr heute endlich dort mal vorbeizuschauen.

Ich werde heute im Royal Dresden vorbeischauen und sehen was Ulf Neuhaus da gestemmt hat, als er mir das Objekt das erste Mal zeigte, war ich ehrlich baff und dachte mir:
Ulf! Wenn du das Ding aufkriegst hast du schon mal einen Preis verdient, wenn das dann aber auch noch gut wird, dann hast du ehrlich die dicksten Eier in der Szene.

Dienstag, 3. August 2010

Der kleine Nachbar

oder Dresdens Barszene gibt Gas...


Dresden entwickelt sich langsam zum Geheimtip für Bar- und Cocktailfans,
es ist schon unglaublich was für eine Begeisterung in dieser Stadt, für die Barkultur gelebt wird und wieviel Elan die Barszene hat. Ulf Neuhaus hat es geschafft die jungen Wilden nicht nur ins Dresdner Boot zu holen, sondern sie zum Motor gemacht und das merkt man der Barszene in dieser Stadt aufs angenehmste an. An vielen Orten kann man die Aufbruch- und Aufbaustimmung für die Barkultur der Stadt unheimlich präsent erleben, die Gastronomen und ihre Teams drängen darauf sich zu beweisen und ihren Gästen zu zeigen, mann muss nicht bis nach Berlin fahren um echte Barkultur zu erleben.

Dresden hat mich schon beim ersten Besuch beeindruckt und nun haben sie es wieder geschafft, aber das schon mit einer souveränen Leichtigkeit wie ich es nie erwartet hätte.
Dresden ist knappe 160 Kilometer von Berlin nur entfernt und ab sofort werde ich diese 160 Kilometer wohl öfter fahren, denn es lohnt sich...

Dienstag, 8. Juni 2010

Die Rückkehr der Hausbar

oder der mühsame Weg der Barkultur...



Wie Ulf-Neuhaus via Facebook gestern verlautete:
Die Rückkehr der Hausbar > der leise Tod der Barkeeper!

In dieser Botschaft verwiess er dann auch noch auf einen Link in Süddeutsche.de.
Ich bin ein grosser Fan der Süddeutschen gewesen und einige ihre Ausgaben wie das Magazin halte ich bis heute für extrem lesenswert, aber Helmut Adam & Alexander Troppmann haben durchaus recht mit ihrem Hinweis, das die Süddeutschen in den letzten Jahren arg an Qualität verloren hat. Doch warum rege ich mich so über die Süddeutsche auf, wer es noch nicht getan hat, dem empfehle ich mal die Fotostrecke des Links anzuklicken.
Ich kann Bastian Heusers Meinung dazu nur allzu gut verstehen:
Wie ich solche grottenschlecht recherchierten Füll-Artikel hasse...und das in der Süddeutschen...


Doch was mich extrem geärgert hat, war das Ulf Neuhaus denkt, das diese Rückkehr zur Hausbar der leise Tod der Bartender wäre.
Sorry Ulf,
aber das ist absoluter Schwachsinn!!!
Du, als ehemaliger Koch, solltest das eigentlich besser wissen!
Diejenigen, die sich teure Profi-Küchen in ihre Eigenheime einbauen lassen, gehen noch öfter auswärts essen, als die mit den normalen Küchen. Nur wer sich auskennt, kann die Qualität auch schätzen! Der Mensch war seit Beginn seiner Evolution ein Selbstversorger, aber er ist halt auch gern ein geselliges Wesen und deshalb treibt es ihn raus unter Menschen, egal ob nun um zu speisen oder trinken.


Viele Leute träumen von einer Hausbar, aber wer verwirklicht schon seine Träume...
Ich kenne einige dieser Menschen persönlich, die sich den Traum von der eigenen Hausbar erfüllt haben, aber das Internet ist voll mit Leuten die über ihre eigene Hausbar berichten:
Link 1
Link 2
Link 3
Link 4
Link 5
Link 6

Wie kommen solche Leute auf die Idee eine Hausbar zu haben zu wollen, weil sie vorher öfter in einer Bar waren und das einfach so toll fanden. Je besser ihre Barbesuche sind, desto eher sind sie davon begeistert und wollen mehr darüber erfahren. Es wird für sie zum Hobby: Cocktails trinken, vielleicht sogar zur Leidenschaft und nun wollen sie erst recht noch mehr darüber erfahren...
Das sind die Menschen auf die sich jeder Barkeeper freut, wenn er mal wieder stundenlang einfach nur eine Caipi-Maschine war und endlich mal wieder so etwas wie Anerkennung und Respekt erfährt für seinen Beruf.
Die Jungs vom C&D-Forumstreffen kennen meine alljährlichen Ansprache schon und ertragen sie einfach heldenhaft jedes Jahr aufs neue. ;-) (Stimmts Zeed?!?)
Aus diesen Nerds & Freaks sind einige echte Bereicherungen für die Barszene in Deutschland gekommen in den letzten 2 Jahren:
So z.Bsp. die Jungs von Forgotten Flavours,
oder sogenannte Hobbymixer, die auf einmal bei Profi-Wettbewerben (Drambuie-Contest, BMGP, Amarula...) ganz vorn mitgemischt haben,
eine brilliante Meisterleistung eines dieser Wahnsinnigen führte wohl zum größten Onlinetasting Deutschlands,
keinesfalls zu vergessen die grosse Barbloggerszene mit solchen Vorzeigeblogs wie Trinklaune, Cocktails Old Fashioned, Cocktailwelten und und und...

Die Rückkehr der Hausbar ist für mich ein erstes Zeichen, das die Barkultur sich langsam wieder einen Platz im Lebensgefühl der Menschen in diesem Lande sichert.

Sonntag, 20. September 2009

Pressemeldung der gruseligen Art

oder was ist noch relevant fuer die DRINKS???

Das was da auf Ulf Neuhaus im Forum der DBU schreibt klingt wahrhaft unglaublich. Da entscheidet die DRINKS mal kurz was von den Berichten der einzelnen Sektionen gedruckt wird und relevant ist fuer die DBU und was es wohl nicht ist. Nur mal so als Hinweis die DBU-Seiten in der Drinks sind ja nur bei den "freiwilligen Abokunden" der DBU vorhanden und nicht in der freiverkaeuflichen Version.
HERR ROSENBERG!
Was soll denn das nun werden?
Keine Lust mehr auf die DBU oder nur nicht auf deren kritische Stimmen?
Was stoerte denn sie an den beiden Artikeln,
oder wissen sie vielleicht gar nicht mehr was da geschieht in der Drinks?
Ich denke es wird hoechste Zeit ueber die Drinks mal genauer nachzudenken!!!