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Montag, 29. Juni 2009

Ein Vermouth-Tasting bei Barfans

oder wenn man nur mal spontan 14 Vermouth testen will, dann ist gleich die Huette voll!!!

Nachdem ich das Sambar leicht angeschlagen, aber sehr zufrieden verlassen hatte, ging es weiter zum geplanten Vermouth-Tasting. Rocky, Zane und Charles wirkten durch das KOKSEN etwas reduzierter in ihrem sonst so relaxtem Auftreten, aber noch fit genug.
Rocky, einer meiner Begleiter und ein weiterer ausgewiesener Barkenner Seattles, hatte uns zu diesem privaten Tasting eingeladen, auch wenn er weder der Gastgeber noch der Veranstalter war. Es hatten sich bereits 8-10 Personen dort in Edens Haus versammelt und waren fleissig am verkosten. Wir wurden trotz unseres Zustands ueberaus freundlich aufgenommen und gleich an den Tasting-Tisch gefuehrt. Zu meiner grossen Ueberraschung standen dort ueber 14 verschiedene Vermouths und es waren alles Rote! RESPECT!
14 verschiedene rote Vermouthvertreter anzutreffen bei einer rein privaten Vermouth-Verkostung hatte ich wirklich nicht erwartet!!!
Hier meine Tasting-Notes, sie sind zwar extrem simpel gehalten, aber ich habe wenigstens welche angefertigt bzw war noch in der Lage dazu. Die Notizen meiner Kollegen duerften selbst fuer erfahrene Grapholgen und ausgewiesene Hieroglyphenkenner schlichtweg ein ewiges Raetsel bleiben.

Vermouth-Rosso-Tastingnotes
1.Lejon too sweet - no real complexity
2.Stock much too sweet - borring
3.Vermoutho Rosso terrible (baehh)
4.Gallo no Nose - taste so badly
5.Homemade Rosso too much Cinnamon, gently
6.Bossier only sweet - so borring
7.Carpano Antica good balance - powerfull
8.Marcarini Chinato first sweet - later bitterness
9.Vya sweet - really less balance
10.Martelliti only Cinnamon - not more
11.Punt e Mes great & powerfull - good balance
12.Cinzano really sweet - without balance
13.Martini disgusting!!!
14.Noilly Prat really sweet but also good

Ein Abend in Seattle

oder aber koksen against Caracas

Mit Charles Munat an der Seite wird Seattle nie langweilig und stets weiss er den rechten Ort zur rechten Zeit zu erreichen. An diesem Abend waren wir erst im Naga und dann im Sambar, dort wollten wir nur kurz anhalten um jemanden abzuholen, aber manchmal entwickelt sich halt doch alles anders:
Der Bartender des Sambar heisst Jay und wenn er gute Laune hat, dann reisst er einen ganzen Laden ins schoenste Chaos und laesst jegliches Zeitgefuehl verloren gehen. An diesem Abend war er ganz genau in dieser Stimmung und der Laden lag ihm zu Fuessen. So riss er uns mit ins schoenste Verderben. Innerhalb von 30 Minuten hatten uns 6 verschiedene Shooterrunden erreicht und nie gab es eine Gelegenheit was auszulassen:

1. Runde Reposado-Tequila - Mezcal - Vermouth - Lime - ??? - Pfeffer
2. Runde Cognac - Grand Marnier - Orange - Lime - Kokatinktur
3. Runde Kokatinktur - Sangria - Grapefruit - Blanco-Tequila - Pfeffer
4. Runde Gin - Vermouth - Lime - Grenadine-Red-Pepper-Sirup
5. Runde Limettenscheiben - Kaffee - Zucker - Pampero Anniversario
6. Runde Grapefruitfilets - Sangria - Tabasco - Gruener Pfeffer - Mezcal

Nach diesem Blitzkrieg im Kampf gegen die Nuechternheit wollten wir laengst den Laden verlassen haben, aber irgendwie ging es nicht. Also entschied ich mich nach diesem klaren und ueberaus heimtueckischen Angriff auf meine Leber fuer einen brutalen Gegenschlag.
K O K S E N!!!
Also suchte ich mir meine Opfer am Tresen zusammen und orderte den Gegenschlag!
Kaffeebohnen - Wuerfelzucker - Jamaica-Rum (Wray&Nephew white Overproof)
Wer noch nie gekokst hat dem empfehle ich auch nicht damit anzufangen, aber wenn man mit dem Ruecken zur Wand steht ist- das manchmal der einzige Weg wieder freizukommen.
10 Kaffeebohnen und den Zuckerwuerfel auf die Handflaeche und ab in den Mund nun gut zerkauen und mit 4-6 cl Wray&Nephew WO gut den Mund ausspuelen und dann alles brav runterschlucken. Ein ueberaus heftige Attacke gegen den gesunden Menschenverstand, aber danach waren die Jungs wieder lammfromm und wir sind froehlich weiter zum Vermouth-Tasting gestolpert.