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Montag, 15. Juni 2009

Die Barbesetzer

oder eine Bar ist uns nicht genug...

Für einige mag es seltsam klingen, das einem eine Bar nicht genug ist, aber wir lieben die Herausforderung daran neue Gäste mit neuen Konzepten zu beglücken. Einfach ist das bei weitem nicht und gerade am Anfang gibt, es da durchaus auch immer mal wieder Momente wo die "Stammgäste" der Bars ihre "alten Rechte" einfordern! Doch mit sowas muss man umgehen können und doch im eigenen Konzept bleiben, ohne dabei jedoch den eigentlichen Betreiber seine Kundschaft zu verjagen. Das erfordert dann nunmal Kompromisse, aber diese sollten halt immer Lösungsansätze beinhalten die die beiden Barkonzepte keineswegs so behindern, das eines davon aufgegeben werden muss.

Dirk und Ich sind klare Bekenner des Konzeptes:
Kein Bier, kein Wein, kein Kaffee
Jedoch bieten wir bei unseren beiden "Tour-Bar-Konzepten" Bier an, dies sind Zugeständnisse an die Betreiber von der Reingold-Bar und vom Galander. Bei beiden Bars spielt Bier eine Rolle bei der Getränkeauswahl der Gäste, daher berücksichtigen wir das auch. Es macht aber keinen Sinn, alles anzubieten was die Bars sonst auch anbieten, denn dann wäre der einzige Unterschied die neuen Bartender.
Unsere Kleiderordnung ist klar eine andere, als die der regulären Barcrew, denn das vermittelt dem Gast dann auch gleich: Heute ist etwas anders.
Wir haben unsere eigenen Barkarten, in der schon klar darauf hingewiesen wird:
Heute ist die Bar anders, denn wir haben ein anderes Programm und auch andere Sitten und Gebräuche, das überrascht den Gast durchaus, aber viele finden das auch sehr spannend. Die Gäste sind offen für neues und fragen sehr viel wie es dazu kam, und und und... Die einzigen für die es zuweilen verstörend wirkt sind halt die Dauerbesucher dieser Bars. Sie haben sich in mühsamer Trinkarbeit in der Bar ihren Extraplatz schwer verdient und nun kommt da jemand und ändert ihren Status einfach mal. Daher hatten wir im Reingold extra einen der Ruhetage gewählt, damit die Stammkundschaft es etwas leichter hat. Inzwischen sind wir im Reingold akzeptiert und haben auch schon unsere eigenen Stammgäste und diverse Gastronome die gern abends nochmal vorbeischauen, um zu beobachten was die BARBESETZER da schon wieder treiben.
Wer Lust haben sollte sich die Barbesetzer mal anzusehen und vielleicht auch an einem Getränk zu nippen, denn laden wir herzlich dazu ein:

Montags ist unser Kaperrevier das Reingold in der Novalisstr. (Berlin-Mitte),
ab 20.00 Uhr ist die Bar dann in unserer Hand und das Reich der Barbesetzer nun.

Dienstag sind wir im Galander vor Anker (Großbeerenstr. Berlin - Kreuzberg),
dort sind wir bereits ab 19.00 Uhr aktiv und haben die Bar geentert.

Mittwoch, 1. April 2009

Stammgast der besonderen Art,

alias das Hundemaedchen

Im Fernsehen laeuft es mit viel Erfolg und auch ich sehe es gern:
Dittsche
Das kleine Imbiss-Kammerstueck das mit monotoner Kameraeinstellung glaenzt und meist mit nur 3 Akteuren auskommt. Es geht um einen Imbissbesitzer und um 2 seiner Stammgaeste:
Dittsche und Schildkroete, der eine staendig wirr am reden und der andere extrem verschwiegen, ich sehe dieses schraege TV-Stueck immer wieder gern.
Letzten Montag beschloss ich dann, euch mal zu fragen, jeder von uns im Barbusiness hat doch da so (s)einen ganz speziellen Gast. Ein Gast der enorm viel Zeit kostet und eigentlich umsatztechnisch zu vernachlaessigen waere. Jemand der euch zuweilen nervt, aber bei dem ihr immer wieder eine Auge zudrueckt und nicht wirklich wisst warum.

Becketts Kopf, eine Bar in der ich immer wieder allzu gern verweile hatte auch so seinen Spezialgast. Stets ein wenig zu laut, nie Geld dabei, aber offentsichtlich ein ganz lieber Kerl, wenn er nicht so anstrengend waere. Man konnte ihm nicht boese sein und stets bewunderte ich Oliver wie er mit unendlicher Geduld ihn auf die Hausregeln hinwies und doch stets versuchte ihm in seinem sicherlich verkorksten Leben ein wenig Halt und sehr viel Mitgefühl zu geben.

Auch der Rum Trader hat so einen ganz speziellen Gast, der selbst den zuweilen resoluten Charme des Hausherrn ad absurdum fuehrt. Dieser Gast eine aeltere, offensichtlich verwirrte Frau erhaelt stets ein Getraenk und weitaus mehr soziale Fuersorge als so manch anderer Gast. Das war ein Erlebnis das mir deutlich gezeigt hat, wie sehr man doch Mensch bleiben muss, egal was die anderen einem an Image zurechtstricken.

Bei mir ist dieser besondere Gast das Hundemaedchen,
kennengelernt habe ich sie durch ihren Hund, der stets bei mir in der Bar sich seine Extraportion Streicheleinheit abgeholt hat. Irgendwann kam sie herein und gesellte sich zu ihrem Hund, schnell war mir bewusst das sie Gesellschaft suchte, sich aber die Preise der Bar nicht wirklich leisten konnte. Meist trinkt sie eine Cola und will einfach ein wenig reden...
Ich merke wie gut ihr das tut und so lade ich sie meist auch noch auf ihr Getraenk ein, damit sie ihr weniges Geld lieber fuer etwas anderes ausgibt. Letzten Montag verkuendet sie nun das sie demnaechst Berlin verlassen wuerde, ich werde also meinen speziellen Stammgast verlieren. Es kommt aber sicherlich ein NEUER ... irgendwann...

Habt ihr auch so eure speziellen Gaeste???
Wie macht ihr das mit dem bezahlen???
Irgendwie gehoeren sie ja zuweilen fast schon zum Barinventar dazu,
mich wuerde eure Einstellung dazu einfach mal interessieren!